17.01.2019, 22:33
Notfall Leitfaden
Ihr wolltet euch schon immer etwas mehr in die Rettungsdienstmaterie einlesen oder euer Wissen auffrischen? Dann seit ihr hier genau richtig!
Dieser Leitfaden ist nicht verpflichtend, er dient als Hilfestellung, falls man in einem Einsatz nicht mehr weiter weiß. Hierbei wird der Leitfaden nur grob erklärt.
Bei jedem Notfall gibt es verschiedene Ablaufschemen die man abarbeitet.
An oberster Stelle Steht das ABCDE-Schema, wobei dann bei verschiedenen Notfällen noch andere hinzukommen.
- ABCDE
- SAMPLE
- TRAUMACHECK u. MDS
- FAST
Diese Schemen werden hier aufgelistet und werden die wichtigsten im LSMC Dienst sein.
ABCDE Schema
A: Airways: Hierbei geht es darum, ob die Atemwege frei sind.
z.B. Ich komme zum Einsatzort und der Patient redet mit mir, dabei kann ich davon ausgehen, dass die Atemwege frei sind!
Maßnahmen: Mund ausräumen, Absaugen etc.
B: Breathing: Wie atmet der Patient. Zu schnell, zu langsam, gibt es Atemgeräusche?
Maßnahmen: Sauerstoffgabe, evtl. beruhigen, enge Kleidung öffnen/aufschneiden, etc.
C: Circulation: Kreislauf: Gibt es blutende Wunden? Ist der Patient blass? Vitalwerte?
Maßnahmen: Blutstillung, Patient richtig lagern (z.B. Oberkörper hoch) etc.
D: Disability: Neurologischer Zustand. Ist der Patient zeitlich und örtlich orientiert?
Hat der Patient neurologische Ausfälle?
Maßnahmen: Hierbei spielt die Zeit oft eine wichtige Rolle, z.B. bei einer Hirnblutung etc.
E: Exposure: Weitere Anamnese: Ab diesem Zeitpunkt geht man andere Leitfaden durch. Zum Beispiel den SAMPLE, FAST, Traumacheck usw. aber auch Vitalwerte die noch nicht gemacht wurden.
SAMPLE
Hierbei handelt es sich um eine Patientenbefragung für weitere Risiken.
S: Schmerzen: Wo, Wie stark etc.
A: Allergien: Welche?
M: Laufende Medikation: Welche Medikamente nimmt der Patient (Blutverdünner, ...)
P: Patientengeschichte: Hatte der Patient sowas schon einmal?
L: Letzte Nahrungsmittelaufnahme: Was hat der Patient zuletzt gegessen?
E: Ereignis: Was hat der Patient gemacht, bevor es zu diesen Beschwerden kam?
Traumacheck und MDS (Motorik, Durchblutung, Sensibilität)
Beim Traumacheck wird alles auf Schmerzen und Verletzungen abgetastet, dabei fängt man am Kopf an. Wichtig beim Kopf ist es, die Pupillen zu beurteilen (auf Licht reagieren, unterschiedlich geweitet,...) und Ohren, Nase sowie Mund auf Blut zu untersuchen (v.a Schädelhirntrauma). Des Weiteren wird bei den Extremitäten (Hände u. Füße) das MDS Schema durchgeführt.
MDS: Überprüfen, ob der Patient die Finger/Zehen bewegen kann, ob diese durchblutet sind und ob der Patient spürt, wenn ihr diese berührt
FAST
Beim FAST Schema geht es um die neurologische Beurteilung. Zum Beispiel um herauszufinden, ob ein Schlaganfall, eine Hirnblutung etc. vorliegt.
F: Face: Hängen die Mundwinkel? Ist eine Pupille größer als die andere? Schaut eine Pupille nach oben in Richtung Stirn? Kann der Patient beide Mundwinkel nach oben ziehen?
A: Arms: Kann der Patient beide Hände bewegen? Hat der Patient in beiden Händen gleich viel Kraft?
S: Speech: Spricht der Patient undeutlich? Kann der Patient Fragen beantworten? z.B. Wo sind wir? Was ist passiert? Welcher Tag ist heute? Wie heißen sie?
T: Time: Seit wann ist das schon? Bei einer Hirnblutung, Schlaganfall etc. spielt die Zeit eine große Rolle um Folgeschäden zu vermeiden.
Danke danielwornik (Daniel Pinto) für die Hilfe bei der Erstellung dieses Leitfadens!
01.06.2019, 01:19
Zur Info: dieser Leitfaden ist nicht Teil in unseren Prüfungen, sondern nur freiwillig als Zusatz ![]()
