Martin Foley
08.06.2020, 15:22
Hallo!
Vorgeplänkel:
Ich bin Martin Foley.
Ich bin 26 Jahre alt und komme ursprünglich aus Deutschland, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Mit 15 Jahren bin ich dann aus privaten Gründen nach England gezogen. In Liverpool hab' ich meinen Schulabschluss gemacht und anschließend eine Ausbildung bei der Polizei begonnen. Diese brach ich dann aber aus mehreren Gründen kurz vor Ende nach knapp 3 Jahren ab.
Anschließend war ich in London als Rechte Hand für einen Rechtsanwalt mit teilweise äußerst zwielichtigen Klienten tätig, der sich Saul Wright (klingt wie: "'t's all right") nannte (Soll nach "'t's alright" klingen). Im Gegenzug hat er mir ein Jurastudium finanziert. Sein zu Teilen zwielichtiges Klientel wurde ihm dann aber auch vor kurzem zum Verhängnis, sodass er untertauchen musste und ich auf einmal ziemlich mittellos dastand. Die Nadine aus Knowsley, meine erste große Liebe aus Liverpool, die vllt. auch irgendwo der Grund war, wieso es mich nach London gezogen hat, nachdem sie dorthin zog, wollte auch nichts von mir wissen und mit dem Tod meines Vaters vor knapp 4 Jahren, waren auch keine familiären Bande in England vorhanden. Zu meiner Mum hab' ich seit meinem 15. Lebensjahr auch keinen Kontakt mehr.
So also dachte ich mir, dass es an der Zeit für einen Neuanfang sei, um alles hinter mir zu lassen, was sich nicht eh schon von mir abgewandt hat.
Mir ist einfach nach einem Ort, an dem wahre Gerechtigkeit noch etwas bedeutet und gelebt wird. Denn eines hab' ich in meiner Zeit bei Saul Wright und auch schon bei der Polizei gelernt: Recht und Gerechtigkeit haben miteinander so viel zu tun, wie Los Santos und Fußball. Nichts. Bei Saul Wright hab' ich jedoch gelernt, wie man das Justizsystem mit seinen eigenen Waffen schlägt und für eine etwas gerechtere Welt sorgen kann. Im Grunde gibt es genau zwei Arten von Menschen: Die einen, die sich jeder noch so schwachsinnigen Regel beugen, ohne sie zu hinterfragen und die anderen, die Regeln hinterfragen und, falls nötig, beugen. Manchmal müssen die Guten einfach die besseren Bösen sein, wenn man was erreichen will.
Und als ich so über einen Neuanfang nachdachte, kam mir irgendwie direkt die Insel als idealer Ort in den Sinn. Irgendwo war es dann auch einfach ein Bauchgefühl.
Meine ersten Tage auf der Insel:
So hab' ich mich vor gut einer Woche dann in den Flieger gesetzt. Nach erheblichen Startschwierigkeiten in Heathrow und einem mehr als nur turbulenten Flug auf dem man auch noch mein Gepäck verbaselt hat, kam ich dann mit stolzen 13h Verspätung am Flughafen in LS an, wo ggn. 2 Uhr in der "Früh" natürlich keine Sau mehr zugegen war. Man hielt es bei FlyUS scheinbar auch nicht für angebracht, mir ein Hotelzimmer für die Nacht zu besorgen, sodass ich die ganze Nacht auf einer Art Holzpritsche in der Empfangshalle verbringen durfte. Der Boden war einfach zu widerlich. Aufgrund eines Blackouts gab's einen Fehler im Bezahlsystem der Schönheitsklinik, weshalb ich dann auch nach meiner Ankunft direkt mal um meine Gratisbehandlung gebracht wurde.
Allerdings hab' ich mich von der Einreisebehörde sehr gut aufgenommen gefühlt. Diese kann ja auch weder etwas für diesen Witz einer Fluggesellschaft namens FlyUS (ab sofort: FlyUSexceptME), noch für den technischen Standard in der Schönheitsklinik. Allein die Tatsache, dass man seinen Immigranten eine Schönheitsbehandlung for free anbietet (ein Pessimist könnte das natürlich auch als Beleidigung auffassen), hat mich direkt darin bestätigt, dass auf der Insel die richtigen Werte hochgehalten werden.
Ich konnte mich nun fürs erste ganz gut auf der Insel einleben und ich denke, dass es mich hier länger halten könnte.
Zwar wurde ich jetzt schon ein paar mal von iwelchen Straßengangstern angezockt, die scheinbar einer Art Gang angehören, die sich "die Ballers" oder "die Brawlers" nennen und auf Lila (ist zwar eine schöne Farbe, aber auch die Farbe der sexuellen Frustration) stehen. Diese waren aber meist harmlos und sind immer direkt abgedüst, wenn ich die Sache ausdiskutieren wollte. Dafür hab' ich aber ein paar Jungs von einer Biker Gang kennengelernt. Wenn man aus Hamburg kommt, schwingt da natürlich so ein Hauch von Heimatgefühl mit. Außerdem bestätigt sich mein Eindruck seit meiner Polizeiausbildung und insbesondere in meiner Zeit bei Saul Wright immer wieder, dass Biker die wesentlich ausgeglicheneren Zeitgenossen sind, als Mafiosi oder Straßengangster (die sind am schlimmsten). Ich vermute mal, dass das an der Rockmusik liegt. Ich wäre wohl auch absolut unzurechenbar, wenn ich den ganzen Tag nur Hip-Hop/R'n'B oder italienische Opernarien hören würde.
Wobei ich am ersten Tag von 'nem coolen Typen aufgegabelt wurde, der mir ein bissl unter die griff und mir direkt eine Unterkunft für eine passable Miete von 250$ anbot. Er hat mir sogar Schlüssel für eine Karre geliehen und mir etwas Cash mit auf den Weg gegeben. Das war eeeeeecht nett. Er ist Mitglied der Grove Family, wie er mir erklärte. Ich muss sagen, dass die Jungs für eine Straßengang ziemlich entspannt zu sein scheinen. Vielleicht bewegt mich die Insel ja auch dazu, mit dem einen oder anderen Vorurteil (auch wenn es auf Erfahrungswerten basieren mag) aufzuräumen. Ich bin gespannt.
Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben und blicke voller Vorfreude in eine hoffentlich abenteuerreiche, aufregende und schöne Zukunft.
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MfG,
Martin Foley
